Ebola

Die Ebolavirusinfektion gehört zur Gruppe der„hämorrhagischen Fieber" und wurde 1976 in Zentralafrika in 2 Epidemien imSüdsudan und in Nordzaire erstmals nachgewiesen. Ähnlichkeit hat der Erreger mit demsog. „Marburg-Virus", durch den es in den siebziger Jahren inForschungslaboratorien in Marburg und Belgrad bei einigen Mitarbeitern und deren Familiennach der Präparation von Affenhirnen zu rätselhaften Lungenentzündungen mit Todesfolgegekommen war.

 

Gehäuftes Vorkommen in Zentralafrika

Die Bezeichnung Ebola leitet sich von demgleichnamigen Fluß im Grenz-gebiet Zaires ab. Als die Infektion erstmals 1976 beschriebenwurde erkrankte überwiegend Krankenhauspersonal. Wie sich später herausstellte erfolgtedie Übertragung der Viren dort in den meisten Fällen durch engen Körperkontakt mitErkrankten, wobei die Epidemie durch die unzureichende Hygiene begünstigt wurde. DieErkrankungswahrscheinlichkeit betrug damals etwa 2% . Hinweise auf Insekten alsÜberträger der Erkrankung existieren nicht Alle bisher durchgeführten Untersuchungenweisen auf eine weite Verbreitung der Erreger in der Bevölkerung Zentralafrikas hin.Außerhalb Afrikas kam es bislang nur zu einer einzigen Infektion mit Ebola, diese 1977bei der Präparation eines Affen in einem englischen Forschungs-labor.

 

Hygiene und Sterblichkeit

Der Endwirt des Ebolavirus ist nicht sicherbekannt, das Virus läßt sich aber auf Affen und Nagetiere übertragen. Deraußergewöhnlich aggressive Krankheitsverlauf nach einer Infektion aber hin und machtdiese Tiere als Endwirte unwahrscheinlich. Die in Zentralafrika ungewöhnlich hoheLetalität beim Menschen von 50 - 90 % ist dabei auch auf die örtlich unzureichendeKrankenhaushygiene und auf die vorliegenden Begleiterkrankungen bei den Infiziertenzurückzuführen.

 

Das Krankheitsbild

Nach einer Inkubationszeit von 4 - 16 Tagen kommtes plötzlich zu hohem Fieber, Kopf- , Hals- und Brustschmerzen, gefolgt von Nacken-,Rücken- und Gliederschmerzen, und Magen-Darm-Beschwerden. Typisch für Ebola sind diezusätzlich auftretenden vielfachen Blutungen vor allem im Bereich der Schleimhäute unddie Entwicklung einer blutigen Lungenentzündung. Der weitere Verlauf ist geprägt vonBewußtseinstrübung und letztlich Koma. Die Letalität beträgt bis zu 90%, wobei jedochauch viele subklinische Fälle ver-mutet werden.

Die Diagnose gelingt anhand der Krankheitszeichenund durch spezielle Laboruntersuchungen Malaria, Typhus und weitere tropische Virusinfektemüssen ausgeschlossen werden.

Eine spezifische Therapie ist nicht bekannt. DerVorsorge kommt der ent-scheidende Stellenwert zu, vor allem Isolation beiKrankheitsverdacht und sauberes Arbeiten des Pflegepersonals. Eine Impfung ist bislangnicht möglich.

 

Ebola heute - Hysterie in den Industriestaaten

Ein Auftreten der Epidemie in West Europa ist schonwegen der hiesigen hygienischen Verhältnisse nahezu ausgeschlossen. Reisen in Gebiete, indenen aktuell eine Epidemie nachweisbar ist, sollten vermieden werden. Jedoch ist auchhierbei zu bemerken, daß das Virus wohl nur durch enge Körperkontakte übertragen wird.