DENGUE

"Dengue" oder "dengue-like-fever" wird in warmen Ländern häufig synonym für mehrere unspezifische grippale Infekte verwendet. Die Dengue im eigentlichen Sinn ist eine durch tagaktive Stechmücken übertragen wird und in vier Typen eingeteilt werden kann. Das portugiesische Wort "dengue" bedeutet" eitel, geziert" und weist wie auch der englische Terminus" dandy-fever" oder "break-bone-fever" auf den schmerzhaft erschwerten Gang des Kranken hin.

 

Verbreitung

Das Auftreten von Dengue ist an das Vorhandensein einer bestimmten Mückenart und an eine Mindesttemperatur von 14°C gebunden. Das wichtigste Virusreservoir ist der befallene Mensch. Größere Epidemien sind vor allem in den subtropischen Gegendenverbreitet, so in Kairo (1937), Japan und Polynesien (1942-45), Australien (1954-55) und in der Karibik (1963 und 1968-69). Seit 1977 besteht eine Epidemie, die über die Karibik, Mittelamerika und Mexiko 1980 auch die Südstaaten der USA erreichte. Weitere Epidemieherde waren Kuba (1981), seit 1982 erstmals auch Ostafrika (Kenia und Somalia). Die letzte größere Epidemie betraf Brasilien (1986), wo etwa 500.000 Erkrankungsfälle und einige Todesfälle registriert wurden, eine weitere große Epidemie in Mexiko im selben Jahr.

 

Krankheitsbild

Die komplizierte Dengue, das hämorrhargische Denguefieber (DHF), wurde1953 zunächst in verschiedenen Regionen Südostasiens, später auch in den anderen Gebieten beobachtet . Diese Verlaufsform weist einige Besonderheiten auf: Befallen werden vor allem Kinder, wobei eine bereits abgelaufene Infektion mit einem der vier Virustypen Voraussetzung zu sein scheint. Somit ist DHF geographisch an Gebiete mit hoher Virusdurchseuchung oder rasch aufeinanderfolgenden Epidemien gebunden.

Dengue ist eine primär gutartige Erkrankung mit starken Allgemein- und schwachen Organsymptomen. Beim klassischen Dengue, das mit zweiphasischem Fieberverlauf einhergeht, kommt es nach einer knapp einwöchigen Inkubationszeit zu einem raschen Fieberanstieg auf über 40°C, wobei das Fieber etwa 3 Tage anhält und dann rasch abfällt. Nach einem zweitägigen fieberfreien Intervall ist ein erneuter Fieberanstieg und Ausbildung eines Hautausschlags möglich. Im Vordergrund der Beschwerden stehen grippale Symptome, wie Gelenk-, Muskel- sowie Kopfschmerzen, gelegentlich auch Nasenbluten, Durchfälle und Lympfknotenschwellungen.

 

Komplikation

Die schwerste Komplikation, das DHF, zeigt den klassischen  Krankheitsverlauf in zwei Phasen. Betroffen sind überwiegend Kinder unter 15 Jahren, die nach kurzem fieberhaftem Kranksein körperlich rasch verfallen, eine Leberschwellung entwickeln und Symptome einer inneren Blutung zeigen: Blutiges Erbrechen, Teerstuhl, massiven Hautblutung, Nierenversagen und Bewusstseintrübung. Letztlich kann sich in etwa5% ein toxisches Schocksyndrom (DSS) resultieren, das immer letal endet.

Die Gesamtsterblichkeit bei DHF beträgt 5-10%, die übrigen Fälle heilen entsprechend der klassischen Dengue aus. In den ersten Wochen nach Erkrankung besteht Immunität gegenüber allen, später nur noch gegenüber dem ursprünglichauslösenden Virustyp.

Die Therapie der klassischen Dengue ist symptomatisch, auf die Gabe von Medikamenten, die Acetylsalicylsäure enthalten, sollte dringend verzichtet werden, da hierdurch das Blutungsrisiko erhöht wird. Das DHF erfordert zusätzlichintensivmedizinische Maßnahmen. In den USA ist ein Impfstoff in der Entwicklung.

 

Konsequenz

Dengue ist eine für den Erwachsenen meist gutartig verlaufende Virusinfektion. Bei Aufenthalt in Gebieten, in denen ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht, ist ein konsequenter Mückenschutz dringend zu empfehlen. Kinder sollten Reisen in entsprechende Gebiete aber auf jeden Fall wegen des erhöhten Komplikationsrisikos vermeiden.